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Physio-Praxis: Reif für die Insel

Gabriela Sorge-Wiese und Erika Sengl haben offenbar alles richtig gemacht mit der Eröffnung ihrer Physiotherapie-Praxis auf der Insel. Wenn frau nach gut zwei Jahren bereits die Räumlichkeiten um einen zusätzlichen Behandlungsraum erweitern muss, dann war die Entscheidung zur Selbstständigkeit stimmig.

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Kiezfrauen halten zusammen

In den hübschen Praxisräumen Leberstraße 14 treffen wir auch wieder auf die Hochglanzmagazine aus dem Friseurladen Abschnitt B von Birgit, jene Zeitschriften, die Bioinsel-Chefin Anne auf ihrem Weg zur Massage für Gabrielas und Erikas Patienten gesammelt hat. Recycling praktisch und Nachbarschaftshilfe pur. Die Frauen auf der Roten Insel halten zusammen. Auch Erika lässt sich bei Abschnitt B die Haare schneiden. „Wir Kiezfrauen und Kleinunternehmerinnen halten zusammen. Anne sieht das auch so und hat uns von Anfang an unterstützt, hat zum Beispiel ihre MitarbeiterInnen zu uns geschickt.“

Eine Fülle spezieller Angebote

Bei „Physiotherapie auf der Insel“ arbeiten inzwischen sieben TherapeutInnen und eine Rezeptionskraft, wenn wir einmal vom alten Egon absehen. Egon ist ein vielbenutztes Knochengerüst, an dem veranschaulicht werden kann, welch´ vielfältige Arbeitsansätze den PhysiotherapeutInnen zur Verfügung stehen. Den unterschiedlichsten Beschwerden wird hier mit einer Fülle spezieller Angebote begegnet – von Atemtherapie, Beckenbodentherapie über Fußreflex und Füße To Go bis hin zu Schlingentisch, Shiatsu oder Pilates. Erikas Lieblingsbehandlung ist Cranio Sacral – ein Teilbereich der Osteopathie – das sie als „sehr meditativ“ beschreibt. Ebenso gern und gut massiert sie aber auch klassisch. Gabys besonderes Metier ist die Fußreflexzonentherapie. Auch ihre Kurse in Pilates werden im Kiez sehr gut angenommen. Alle Insel-TherapeutInnen haben ausgesuchte Schwerpunktthemen.

Erst Wäscherei, dann Krimskrams

Die beiden Praxis-Inhaberinnen lernten sich als Arbeitskolleginnen in einer Kreuzberger Praxis kennen und schätzen. Gaby erinnert sich: „Eines nachmittags im Herbst 2010, bei einer gemeinsamen Fortbildung, haben wir beschlossen, uns selbstständig zu machen, alles schnell mal durchkalkuliert, Ideen entwickelt, Räume gesucht. Leberstraße 14 – das war eine gute Zahl. Und dann der Bezug zu Marlene Dietrich…“ „Früher war hier wohl eine Wäscherei und dann ein Krimskramsshop“, erzählt Erika. „Als wir hier 2010 mit dem Praxisausbau begannen – nun ja, es war sehr viel Arbeit bis zu diesem Standard.“ Gaby: „Schon im Mai 2011 starteten wir dann – und es ging gleich positiv los. Und so landete ich auch wieder hier.“ Denn Gaby umschifft die Insel seit Jahrzehnten, auch wenn sie nie hier gewohnt hat.

Margarine und Haselmark

Schon Ende der 80er – als sie ins Robert Blum Gymnasium ging – kannte Gaby den Inselladen im ehemaligen Kohlenkeller. „Das war eine gute Mischung zwischen Bio-Lebensmittel und Geschenkeshop. Schon damals habe ich immer Bio gekauft. Das kommt von meiner Oma. Sie ist mit mir früher ins Reformhaus gegangen, Margarine und Haselmark hat sie mir da gekauft. Ich fand das eher altbacken, und es roch dort auch komisch. Aber irgendwie hat es mich gesundheitsmäßig geprägt. Später ging mein Sohn in der Gotenstraße zur Tagespflege, und so war ich von jeher eben auch Kundin in der Bioinsel.“

Australien oder Namibia

Erika Sengl wohnt mit ihrem Mann seit mehr als zehn Jahren auf der Roten Insel und sucht aktuell eine größere Wohnung, gern auch wieder hier im Kiez. Beruflich hat sie sich erst mit knapp 50 zur Selbstständigkeit entschieden. „Vorher hat es halt nie gepasst. Das war lange überlegt. Nun habe ich es mit Gaby gut getroffen. Das findet man auch nicht alle Tage. Mein großes Hobby sind Reisen – Australien oder Namibia als nächstes. Dafür brauche ich eine gute Partnerin und eine Praxis, die auch mal ohne mich funktioniert.“ Und die hat sie jetzt.

Das ganze Universum

Die Praxis floriert. Manch ein Patient kommt etwas eher, um bei einer Tasse Tee die angenehme Atmosphäre zu genießen. Das ist auch das besondere an der Physiopraxis, glaubt Erika: „Ich denke, es ist das Klima in der Praxis, der Umgang untereinander im Team aber auch mit den Patienten –zugewandt und menschlich.“

Und wenn man dann noch in der „Brigitte“ oder „Gala“, die ja die bekannte Reise durch den Kiez hinter sich haben, etwas schmökern kann, vergeht die Wartezeit wie im Flug. Die „Bild der Frau“ bringt regelmäßig eine Patientin mit, und Gabriela komplettiert das Angebot hin und wieder durch interessante Artikel aus Fachzeitschriften, z.B. über Vitamin D oder die angebotene Spiraldynamik – eine Bewegungsanalyse nebst Anleitung, wie man im Alltag physiologisch besser mit seinem Körper umgehen kann. „Der Körper ist spiralisch aufgebaut“, erklärt Gabriela, „so wie das ganze Universum – aber das führt hier etwas zu weit…“

www.physiotherapieaufderinsel.de

Text und Foto: www.ankekuckuck.de

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