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Ehepaar Buchholz: Zwei an der Waffel!

Alle Jahre wieder … ziehen Kai und Carsten Buchholz Gerdas Rezept für Waffeln aus dem Küchenarchiv und tragen an Heiligabend vor der BioInsel entscheidend zur Entschleunigung bei. Als ziemlich beste Freunde von Anne Weis und Helmut Welp ist das ihre Art, den beiden Inhabern des BioMarktes „Danke“ zu sagen für ein gutes Jahr.

In notwendigen Dingen Einheit, in zweifelhaften Freiheit, in allen aber Liebe.
 

… bei den Buchholz` prangt diese Lebensweisheit an der Wand des Wohnzimmers und erinnert wohl auch daran, wie sich die beiden kennen- und lieben lernten. Kai und Carsten trafen sich zum ersten Mal im Rathaus Neukölln zu einem Wahlabend, Kai war für die Grünen vor Ort, Carsten im Auftrag der CDU. Die „Freiheit des anderen“ galt es also von Anbeginn zu akzeptieren. Aber erst Monate später schlug bei den beiden der Blitz ein, und von da an waren sie kaum noch einen Tag getrennt.

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Waffel-Event vor der Bioinsel am 24.12. von 11 bis 13 Uhr, v.l. Kai Buchholz, Anne Weis, Carsten Buchholz, Helmut Welp

 

Probezeit

Als sie im Oktober 2003 in ihre erste gemeinsame Wohnung auf die Insel zogen, gab es eine Abmachung: „Wir wussten nicht, was uns hier erwartet und haben erstmal zehn Jahre zur Probe angepeilt. Im Haus wohnten schon andere Schwule und Lesben, und wir fühlten uns auf der Insel sofort willkommen. Hier leben bodenständige Leute. Hier versammelt sich Qualität statt Schickimicki, eben auch was die Läden betrifft. Ein Freund von uns hat erst kürzlich in der Leberstraße eine Glaserei, einen klassischen Handwerksbetrieb, eröffnet. Außerdem stimmen die Verkehrsanbindungen perfekt – S-Bahn, Südkreuz, Autobahn – besser kann man ja gar nicht wohnen!“

 

Im Kiez haben sie sich schnell wohlgefühlt, viele herzliche Menschen kennengelernt – ob gegenüber ´Im Meisterstübchen´ oder im ´Taubenschlag´, „da sind alle Szenen, Jung und Alt vertreten. Heute – 13 Jahre später – sind wir sicher: Zur Roten Insel gibt es für uns keine Alternative!“ Klare Ansage, und das, obwohl beide immer noch politisch nicht auf der gleichen Wellenlänge liegen. Kai, bei einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft arbeitend, ist immer noch Mitglied der Grünen, und Carsten, Dr. der Politikwissenschaften, arbeitet für einen CDU-Bundestagsabgeordneten aus Baden Württemberg,

 

Unter dem Regenbogen

2008 gings dann aufs Standesamt im Rathaus Schöneberg. Damals wurde dem frischgebackenen Ehepaar von Ex-Bürgermeisterin Elisabeth Ziemer persönlich auf der Roten Insel unter dem Regenbogen gratuliert. Ehepaar Buchholz hatte sich für einen gemeinsamen Namen entschieden, um auch nach außen ihre Ehe zu verdeutlichen. „Das schien uns damals selbstverständlich, denn schwule Ehepaare gab es noch nicht soviele. Bei Hetero-Paaren nahm das ja eine ganz andere Richtung, die Frauen konnten ihren Namen behalten und taten das auch.“

 

Vorkoster und Probeesser

Heute sind Anne und Helmut mit ihre besten Freunde, und ein Grund, warum sie hier nicht mehr an Wegzug denken.

Dabei geht Liebe auch durch den Magen: „Bei Anne und Helmut geht man nie hungrig raus. Helmut lädt uns oft zum Essen ein: Er kocht gern Ungewöhnliches und Neuheiten aus dem Laden, z.B. Schwarzkohl, vegetarische Rouladen aus Tofu – na ja, nicht alles Neue stößt bei uns auf Wohlgefallen.“ Die beiden Mitvierziger sind dann Vorkoster und Probeesser.

 

„Als wir hier herzogen, haben wir in der Bioinsel nur Brot und Milch geholt. Als Mariendorfer ging man damals noch nicht in den Bioladen, meine Eltern hielten davon nicht viel. Aber auch bei ihnen hat sich das geändert,“ so Carsten. Und Kai als gebürtiger Havelberger, der 1990 nach Berlin kam, war von Bio ebenfalls noch nicht ganz überzeugt. Heute gehen die beiden in der BioInsel ein und aus, helfen beim Renovieren, gehen mit dem Hund Gassi, befüllen im Notfall auch mal Milchregale und versorgen sich rundum.

 

Frisch nach Gerdas Rezept

Und seit fünf Jahren bedanken sie sich für Annes und Helmuts Unterstützung, Freundschaft und regelmäßige Essenseinladungen mit dem Waffelevent. „Wir setzen uns eine Nikolausmütze auf und bieten den Kunden frischgebackene Herz-Waffeln an. Anne sagt immer: Zur Entschleunigung – damit der Einkaufsstress nachlässt.“ So auch dieses Jahr wieder. Ab zehn Uhr wird der Teig gerührt, von 11 bis 13 Uhr gibt’s die Waffeln, kostenlos, versteht sich. Das ist vor allem für die Kinder ein Vergnügen – und riecht so lecker, wenn man um die Ecke biegt.

 

Carsten hat Erfahrung mit Waffeleisen und Teig auf diversen CDU-Weihnachtsmärkten gesammelt. Der Teig muss dickflüssig sein, dann ist er optimal zum Backen, sagt er und verweist auf Mutti Gerdas altes Rezept:

 

KNUSPRIGE WAFFELN

200 g Butter od. Marg.
165 g Zucker
4 Eier
350 g Mehl
1 P. Van.Zucker
½ P. Backpulver (nach Geschmack Rum o. Zitrone) ca. 125 ccm Wasser
 
Zubereitung:
Fett, Zucker, Eier, sahnig rühren
nach und nach die anderen Zutaten hinzugeben
TEIG MUSS DICKFLÜSSIG SEIN !
Wenn mehrere Portionen, dann einzeln zubereiten.
Gutes Gelingen und gute Unterhaltung
Gruß Ma

 

 

…. und fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

 

Text: www.ankekuckuck.de/Foto: Buchholz

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