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Maryam Pasandide: Mit den Füßen in die Hände

Medizinische Fußpflege auf der Roten Insel Schöneberg

Erstmal entspannen – im kleinen Salon von Maryam Pasandide. Schuhe aus, Socken weg, Füße hoch und ab in ein lauwarmes Bad. „Die Füße,“ sagt Maryam, „sind vom Kopf am weitesten entfernt. Wir kümmern uns maximal bis zu den Händen. Die Füße bekommen meist nicht so viel Aufmerksamkeit.“ Das ist wohl wahr. Wann massiert, streichelt und balsamiert man schon mal liebevoll seine Treter. Dabei ist es ausgesprochen wohltuend, sich mit den Füßen in die Hände der passionierten Fußpflegerin zu begeben. Und das alles auf der Roten Insel Schöneberg in der Kolonnenstraße 54.

kiezgeschichte10+

 

Die Ecken bleiben rund

„Sind Sie kitzelig? Piekt‘s, drückt‘s oder juckt‘s irgendwo?“ Nein, eigentlich keine weiteren Probleme mit den Füßen. Los geht‘s: Nägel schneiden, Hornhaut entfernen, Unebenheiten fräsen, Nagelecken überprüfen: Ist etwas eingewachsen? „Die Ecken müssen nicht weg“, sagt Maryam, das werde oft falsch gemacht. Abrunden ist die Devise. „Wenn die Ecken fehlen, kann sehr leicht Haut darüber wachsen. So züchten Sie sich eingewachsene Nägel!“ Aha! Wieder schlauer.

 

 

Sorgenfreies Laufen

Überhaupt ist der Besuch bei der gelernten Fußpflegerin und Kosmetikerin nicht nur wohlig angenehm, sondern auch erkenntnisreich. Seit 15 Jahren betreibt sie ihre Pflege, seit 2012 in diesen Räumen mit Schwerpunkt medizinische Fußpflege. „Früher habe ich auch Nägel modelliert, ich biete Handpflege und Kosmetik an, aber medizinische Fußpflege interessiert mich am meisten. Da kann ich zwischen Therapie und Medizin den Leuten bei Problemen wirklich helfen – sei es bei schmerzenden Druckstellen, Hühneraugen oder mit Tipps für sorgenfreies Laufen. Das macht mir Freude.“

Zu eng, zu klein, zu hoch, zu spitz

„Sie zum Beispiel!“ Ja? Nur raus damit. „Sie haben verkürzte Sehnen, weshalb sich die Zehen mit der Zeit krümmen. Ich empfehle gymnastische Übungen, mit den Zehen greifen, zur Streckung der Sehnen. Sie haben einen Spreizfuß,“ erklärt sie anhand einer Karte mit diversen Fehlstellungsbeispielen. „Die Mittelfußknochen sind auseinander gegangen, dadurch schieben sich der kleine und der große Zeh zu den anderen nach innen.“ Da helfen vielleicht Einlagen. Vor allem aber gutes Schuhwerk und das öfter mal wechseln. „Frauen neigen dazu, ihre Schuhe zu klein, zu eng, zu spitz, zu hoch zu kaufen. Und denken Sie morgens zunächst darüber nach, welche Belastung Sie am Tag haben, dementsprechend Schuhe auswählen und öfter mal wechseln.“

Männer und Füße

Überhaupt hätten Frauen mehr Fußprobleme als Männer, weiß Maryam aus langjähriger Erfahrung, wohl auch wegen der unpassenden Schuhe, aber auch weil sie von Natur aus schwächeres Bindegewebe haben. „Bänder und Sehnen sind im Alter nicht mehr so fest. Knochen verändern sich, wenn sie von den Sehnen nicht mehr entsprechend gehalten werden.“ Definitiv gibt es bei Männern aber mehr Fuß- und Nagelpilze. „Männer nehmen die Pflege der Füße wohl nicht so ernst.“

Vertrauen und Ruhe

Währenddessen ist der linke Fuß schon fertig behandelt. „Einölen tue ich die Füße später,“ sagt Maryam und widmet sich ausgiebig dem rechten. Normalerweise sollte eine Behandlung 30 Minuten dauern. „Aber ich bin keine richtige Geschäftsfrau. Ich lasse mir Zeit, höre mir auch Lebensgeschichten an. Qualität und Ruhe sind mir wichtig. Wenn man mit dem Körper von Menschen zu tun hat, ist eine vertrauensvolle Basis notwendig.“ Die kosmetische Behandlung nimmt 90 Minuten in Anspruch.

Ob Sie Hemmungen habe, andere Leuts Füße anzufassen? „Natürlich nicht“, antwortet sie lachend. „Für mich ist ein Fuß wie eine Hand – so wie für den Friseur der Kopf oder wie für einen Zahnarzt der Mund.“

BioInsel best

Maryam Pasandide lebt seit 28 Jahren in Deutschland und arbeitet seit 15 Jahren auf der Roten Insel. Privat wohnt die gebürtige Perserin mit ihren zwei erwachsenen Töchtern aber in Wilmersdorf. Abstand zur Arbeit ist ihr wichtig. „Da freue ich mich dann montags früh, wenn ich wieder nach Schöneberg zur Arbeit fahre. Hier habe ich sehr viele, gute Kontakte, liebe Menschen, die hier wohnen und arbeiten.“ Und so geht sie auch gerne in der BioInsel schräg gegenüber einkaufen. Die Inhaberin des Biomarktes, Anne Weis, hat sie während der „Hufpflege“ – wie Anne es nennt – näher kennengelernt. „Eine tolle, liebe Frau, sehr fleißig und engagiert. Bei ihr kaufe ich mit richtig gutem Gewissen, weil ich weiß, in der BioInsel gibt es das Beste. Da ist Anne hinterher!“

Fachkosmetikerin Maryam Pasandide
Kolonnenstraße 54, 10829 Berlin, Tel 030.782 82 48

Text/Foto: www.ankekuckuck.de

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